West Highland Way 2017

Unser Ziel: Fort William

Eine Première steht an. Zum ersten Mal in mei­nem Leben werde ich eine Fernwanderung unter­neh­men. Mein Kollege Holger und ich gehen auf dem West Highland Way, der uns über 160 Kilometer in 8 Etappen von Glasgow nach Fort William führt. Meine Fujifilm X‑T2 nehme ich mit, um sie unter erschwer­ten Bedingungen zu testen. Unser Marsch beginnt am 23. September, und wir hof­fen auf gutes Wetter und schöne Aussichten enroute. 

Freitag, 22. September

Heute jedoch flie­gen wir erst ein­mal nach Edinburgh, wo wir eine Nacht blei­ben, da es hier im Vergleich zum eher räu­di­gen Glasgow die bes­se­ren Hotels und eine ins­ge­samt schö­nere Innenstadt gibt. Der Anfang der Reise jeden­falls ist schon mal viel­ver­spre­chend. Strahlender Sonnenschein beim Abflug in Frankfurt und eine ähn­li­che Vorhersage für Edinburgh, das gefällt mir. Der Flug dau­ert nur andert­halb Stunden, da könnte ich auch mal mit der Familie hin, den Kindern würde es sicher hier gefal­len. Die ersten Pluspunkte sam­melt die schot­ti­sche Hauptstadt bereits am Flughafen, der per­fekt mit öffent­li­chen Verkehrsmitteln ans Stadtzentrum ange­bun­den ist. Ein Schnellbus fährt alle Viertelstunde und braucht nur knapp 20 Minuten bis zum Bahnhof Waverly Station.
Unser Hotel liegt in einer ruhi­gen Seitenstraße eines ange­sag­ten Ausgehviertels. Kleine Räume, aber modern ein­ge­rich­tet. ALTDas Klo in mei­nem Badezimmer wurde offen­sicht­lich für Pygmäen geschaf­fen. Wie die klei­nen bun­ten Plastikstühle für Kinder, die’s bei IKEA gibt. Wenn ich mich dar­auf set­zen will, habe ich die Ohren zwi­schen den Knien. Sehr lustig.
Abendessen gehen wir heute im Restaurant „Royal Theatre“, das uns vom Hotelpersonal emp­foh­len wurde. Aussehen tut der Laden ganz gut, es gibt sogar tsche­chi­sches Bier – hier blei­ben wir. Auch das Essen schmeckt, ich habe gebra­te­nen Lachs auf Kartoffeltürmchen mit grü­nem Spargel bestellt und bin posi­tiv über­rascht. Echt lecker. Sollte Schottland zu Unrecht den Ruf einer kuli­na­ri­schen Wüste inne­ha­ben? Wir wer­den die­sen Aspekt im Lauf der Reise mal näher unter die Lupe nehmen.
Nach dem Essen beginnt meine all­abend­li­che 1:1 Whisky-Verkostung. Ich habe mir vor­ge­nom­men, jeden Abend zwei Sorten Scotch gegen­ein­an­der antre­ten zu las­sen, um in kur­zer Zeit eine mög­lichst große Bandbreite an Geschmäckern pro­bie­ren zu kön­nen. Dabei sollte immer ein Whisky vom Festland und einer von der Inselwelt vor Schottlands Küste stam­men. Den Anfang machen zwei auch in Deutschland recht gän­gige Marken: ein 10 Jahre alter Single Malt aus Glengoyne und ein gleich­alt­ri­ger aus der Destillerie Oban an der Westküste. Heute gewinnt knapp das Inland.
Jetzt habe ich Lust, mir noch ein wenig die Beine zu ver­tre­ten. Verbinden wir also das Nützliche mit dem Angenehmen und spa­zie­ren noch­mal zum Bahnhof, um schon mal die Zugverbindungen für mor­gen zu checken und – da wir ziem­lich früh los­fah­ren müs­sen – gleich die Fahrkarten zu kau­fen. Um 9 Uhr müs­sen wir bereits am Startpunkt in Milngavie sein, wo unser Gepäck abge­holt wer­den soll. Departure Waverly ist um kurz nach halb sie­ben, die Nacht wird also ziem­lich kurz. Nur noch schnell ein wenig Bargeld abge­ho­ben – wer weiß denn schon, ob wir auf dem Lande über­all mit Karte zah­len kön­nen – dann geht es zurück zum Hotel und ab ins Bett.

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Edinburgh, Princess Street

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