Island 2015

Flughafen Keflavik

Nach vie­len Monaten Überzeugungsarbeit und Werbung habe ich meine Frau Melanie über­re­den kön­nen, Anfang Oktober ein paar Tage mit mir, jedoch ohne Kinder, nach Island zu fah­ren. Nach dem etwas durch­wach­se­nen Wetter bei unse­rem Lofoten-Urlaub 2010 drücke ich dies­mal beson­ders die Daumen für wenig Regen und viel­leicht etwas Sonne. Und Nordlichter des Nachts, denn spe­zi­ell des­we­gen ist Melanie mit­ge­kom­men. Und damit meine Frau wäh­rend des Urlaubs auch etwas von mir hat, muß die große Kamera mit dem neuen Weitwinkel-Objektiv zu Hause blei­ben. Dafür neh­men wir die kleine Powershot G16 mit, die mir auf der dies­jäh­ri­gen Wintertour schon gute Dienste gelei­stet hat.

Freitag, 2. Oktober

Unsere Kinder sind gut ver­sorgt, denn meine Eltern pas­sen wäh­rend unse­rer fünf­tä­gi­gen Abwesenheit auf Johannes und Paula auf. Nach dem Frühstück wer­den letzte Sachen in den Reisetaschen ver­staut, und dann geht es mit dem Auto nach Frankfurt. Wir wol­len gerne vor dem Abflug noch eine Kleinigkeit essen, und ich über­rede Melanie, mit mir in die japa­ni­sche Nudelbar „Mosch-Mosch” zu gehen, von der es eine Dependance im Terminal 2 hin­ter der Sicherheitskontrolle geben soll. Leider nicht auf unse­rer Etage. Mist! Die ein­zige Option ist ein Gemischtwaren-Imbiß, wo wir uns zwei Sandwiches und eine Cola für den Flug holen. Das hat ja schon mal nicht so gut geklappt. Aber wir müs­sen zum Glück nicht lange auf den „Go-to-Gate”-Befehl war­ten. Der Flug mit Icelandair star­tet um 14 Uhr und soll dank zweier Stunden Zeitverschiebung bereits um 15:30 Ortszeit in Keflavik, dem inter­na­tio­na­len Flughafen der Hauptstadt Reykjavik, lan­den. Im Vergleich zu Nordnorwegen ist Island damit gera­dezu traum­haft schnell zu erreichen.
Unsere Boeing 757 „Skjaldbreiður” ist gut gefüllt. Ich tippe auf ein Drittel Deutsche, den Rest bil­den zu glei­chen Teilen Isländer, Asiaten und Amerikaner. Seit Icelandair auf den Strecken von Europa nach Amerika bis zu 7 Tagen kosten­lo­sen Stopover in Island anbie­tet, nut­zen viele Touristen das Angebot für einen Kurztrip. Melanie macht es sich in ihrem Sitz bequem, um etwas vom feh­len­den Schlaf der ver­gan­ge­nen Woche nach­zu­ho­len, wäh­rend ich im Reiseführer blät­tere, um mich opti­mal auf meine Rolle als Tourguide vorzubereiten.
Island ver­birgt sich unter einer dicken Wolkendecke, aller­dings kön­nen wir kurz vor der Landung dann doch noch einen schö­nen Blick auf die Halbinsel Reykjanes und – am Horizont vage erkenn­bar – die Hauptstadt Reykjavik erha­schen. Nettes Feature: als wäh­rend des Landeanfluges das Licht her­un­ter­ge­fah­ren wird, schal­tet sich die Hintergrundbeleuchtung an der Kabinendecke ein, die mit­tels far­bi­ger LED-Bänder eine Aurora Borealis simu­liert. Toll!
In Keflavik geht die Abfertigung sehr flott, und unser Gepäck erscheint just in dem Moment auf dem Abholband, als wir dort ein­tref­fen. Jetzt noch schnell den Mietwagen holen. Den gibt es dies­mal nicht direkt im Terminal, son­dern bei einem loka­len Anbieter, der sein Büro etwa 5 Autominuten vom Flughafen ent­fernt hat. Aber kein Problem, sel­bi­ges ist 24 Stunden geöff­net, und auch ein Shuttleservice bringt Gäste rund um die Uhr zum Flughafen bzw. holt sie dort ab. Unser Auto ist ein klei­ner SUV mit Allradantrieb und Automatik. Die Sonne ist mitt­ler­weile her­aus­ge­kom­men, und so unter­neh­men wir eine kleine Rundfahrt über die Halbinsel Reykjanes: zum Leuchtturm in Garður, nach Grindavik und zur blauen Lagune.
Hier gibt es neben dem eigent­li­chen Badebereich auch ein paar Nebenbecken, wo man, auch ohne den hef­ti­gen Eintritt von 55 € bezah­len zu müs­sen, ein wenig herum spa­zie­ren und foto­al­bum-taug­li­che Bilder schie­ßen kann. Melanie kratzt ein biß­chen von dem wei­ßen Algenschlamm ab, dem eine hei­lende Wirkung für alle mög­li­chen Hauterkrankungen nach­ge­sagt wird, und reibt sich damit die Hände ein. Nicht ganz so schlau, denn als die­ser getrock­net ist, hat sie über­all weiße Flecken auf ihrer schwar­zen Jacke.
Trotz des Sonnenscheins ist es recht kühl, und so fah­ren wir erst ein­mal zu unse­ren AirBnB-Gastgebern Arna und Konrad, die am öst­li­chen Rand von Reykjavik woh­nen. Ihr moder­nes Doppelhaus liegt am See Elliðavatn in einer ruhi­gen Umgebung. Unser gro­ßes Gästezimmer im Erdgeschoß hat boden­tiefe Panoramafenster mit Blick auf den See und auf Reykjavik. Wir unter­hal­ten uns ein wenig mit dem Hausherren und bekom­men erste Tipps, wo wir in der Nähe ein­kau­fen und auch früh­stücken gehen kön­nen. Wir haben seit unse­rem Sandwich auf dem Flug nichts mehr geges­sen und machen uns darum auf den Weg in die City.
Leider hat der kleine Supermarkt in der Nähe schon zu, wir ver­su­chen es etwas näher zum Zentrum, aber haben irgend­wie kein rich­ti­ges Glück. Da es mitt­ler­weile reg­net und auch sonst ziem­lich unge­müt­lich drau­ßen ist, kau­fen wir uns an einer Tankstelle ein paar Sandwiches und etwas zu Trinken. Ich habe mitt­ler­weile keine große Lust mehr auf Autofahren, und der Entschluß lau­tet darum: „Ab nach Hause und auf dem Bett chil­len”. Einstimmig. Wieder in unse­rem Quartier ange­kom­men, mache ich mir noch eine große Tasse Tee. Die tut gut. Von der theo­re­tisch her­vor­ra­gen­den Aussicht auf den See haben wir heute wegen des Schietwetters nicht mehr allzu viel. Ich stu­diere den Wetterbericht für mor­gen – sieht ganz pas­sa­bel aus – und ver­voll­stän­dige mit Hilfe der Reiseführer mein Wissen über die für mor­gen geplante „Golden Circle Tour”.

Abendstimmung in Keflavik

Seiten: 1 2 3 4 5

1 2 ... 5vor »
image/svg+xml

Menü