Schottland 2019

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Glen Etíve, ein Drehort aus “Skyfall”

Dienstag, 1. Oktober

Nach einem recht guten Frühstück machen wir einen Plan für den heutigen Tag. Die erste Warmfront ist in der vergangenen Nacht durchgezogen. Heute Vormittag erwarten wir brauchbares bis schönes Wetter und sogar mal etwas Sonnenschein. Als Erstes fahren wir nochmal ins Glen Etive zur „Skyfall“-Location.ALT Ein paar Selfies vom Stativ, ein recht kurzer Spaziergang runter zum Fluß, dann brechen wir wieder auf.
Auf der weiteren Fahrt halte ich immer mal wieder an und zeige Johannes ein paar der Stellen, an denen Holger und ich vor fast zwei Jahren vorbei gewandert sind.
Da bekomme ich direkt Lust auf eine baldige Wiederholung. Am Ufer des Loch Lomond legen wir eine Pause ein, in der Johannes mal wieder zum Steinewerfen kommt, wie früher. Ich sitze nur daneben, sehe zu und genieße die Zeit mit meinem Sohn.
Angesichts des stabilen Sonnenscheins wollen wir am Nachmittag auf den Conic Hill hinauf wandern, von dessen Gipfel aus man eine atemberaubende Aussicht auf Loch Lomond bis weit in die Highlands haben sollte. Vorher stärken wir uns noch im „Oak Tree Inn“ in Balmaha, das Holger und mir bei unserer Fernwanderung als willkommener Boxenstop dienlich war. Wir erreichen nach einer knappen Stunde Anstieg das Gipfelplateau des Conic Hill,ALT und die Aussicht ist wirklich königlich. Ein paar Panoramen, ein paar Selfies und noch eine Weile einfach nur den Blick genießen – dann machen wir uns auf den Rückweg. Weiter geht es zu unserer letzten Unterkunft und dem Highlight aller Quartiere dieser Tour: dem “Altskeith Country House”. Direkt am Loch Ard gelegen, sieht es genauso gut aus wie auf den Bildern im Internet. Wir sind begeistert.
Johannes haut sich eine Runde aufs Bett, während ich die Kamera schnappe und ein paar Fotos der Umgebung in der Abendsonne aufnehme. Nach dem ersten Erkundungs-Rundgang fahren wir zur blauen Stunde ins benachbarte Dorf. Im örtlichen Pub bestellen wir uns Pizza und Shepherds Pie zum Abendessen. Keine große Kochkunst, dafür aber solide Hausmannskost. Anschließend geht’s zurück zum Gästehaus, wo wir noch eine Weile Fernsehen schauen und doch relativ früh schlafen gehen.

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auf dem Gipfel des Conic Hill

Mittwoch, 2. Oktober

Einer der beiden Angestellten des Gästehauses erfreut uns beim Frühstück mit der Nachricht, daß heute bei straffem Westwind lokal noch einmal die Sonne scheinen soll, während große Teile Schottlands unter Dauerregen versinken. Da beeilen wir uns doch glatt mit dem Essen,ALT denn in der Nähe befindet sich der Berg Ben A’an, der mit einer der schönsten Aussichten der Highlands aufwarten kann.
Heute bewährt sich zum ersten Mal das adaptive Fahrwerk unseres Mietwagens, das ich auf den engen und kurvigen Straßen in dieser Gegend in den Sportmodus schalten kann, wodurch unser kleiner Benz wie ein Go-Kart auf dem Asphalt liegt. Das Achterbahn-Gefühl gefällt auch Johannes. Eine halbe Stunde Zick-Zack später erreichen wir den Startpunkt der Wanderung.
Es fühlt sich ein wenig wie auf den Lofoten an: eine relativ kurze Strecke, aber verhältnismäßig viele Höhenmeter. Heute sind es 600 auf sechs Kilometern. Sportlich! Aber wir sind ja beide gut zu Fuß und können schon nach kurzer Zeit den Gipfel des Berges oberhalb eines kleinen Wäldchens ausmachen. Die Sonne scheint, und solange wir uns im Windschatten des Ben A’an bewegen, können wir im Prinzip im T-Shirt wandern, was ich auf dem letzten Steilabschnitt vor dem Endpunkt der Tour dann auch tue.
So, der Aufstieg wäre geschafft.ALT Erst einmal die Windstopper-Klamotten drüberziehen, denn hier oben weht eine steife Brise. Diese sorgt auch für beeindruckende Fernsicht bis weit in die Highlands hinein. Unter uns liegt Loch Katrine, am Horizont können wir die Spitze des Ben Lomond ausmachen. Was für ein herrliches Panorama. Wir lassen uns auf den Felsen nieder, snacken mitgebrachte Sandwiches und etwas Obst und liegen ein paar Augenblicke einfach nur im Gras herum.
Nach einer halben Stunde Aufenthalt machen wir uns wieder an den Abstieg, und natürlich geht dieser deutlich schneller als die Gegenrichtung. Wir sind so fix wieder am Startpunkt zurück, daß wir spontan einen eigentlich für morgen geplanten Besuch in der Destillerie Glengoyne auf den heutigen Nachmittag vorverlegen können. Vorher wollen wir nur noch schnell in der Nähe der Brennerei etwas zum Mittag essen. Denn so ’n Whisky auf nüchternen Magen ist ganz schön gefährlich…
Unsere Wahl fällt auf das Beech Tree Inn, eine am West Highland Way gelegene Wanderer-Kneipe. Eine von den Locations, die sich allein aufgrund ihrer hervorragenden Lage keine Mühe beim Kochen geben müssen. So auch hier.ALT Johannes bringt die daraus resultierende kulinarische Erfahrung auf den Punkt: „Immerhin: die Cola aus der Dose hat geschmeckt.“ Um 14 Uhr beginnt die Führung in Glengoyne. Uns betreut ein älterer Herr mit stark schottischem Dialekt, den Jo aber sehr gut versteht, wie er sagt. Da ich als Autofahrer nichts während der Führung trinken kann, wird mir ein kleiner Whisky zum Mitnehmen überreicht. Für Zuhause kaufe ich noch eine Flasche 18-jährigen, der mir von unserem Guide ans Herz gelegt wurde.
Am späten Nachmittag sind wir wieder zurück in Aberfoyle, dem kleinen Dorf etwas östlich von unserem Gästehaus. Wir durchstreifen die wenigen Läden auf der Suche nach Mitbringseln und werden schnell fündig. Paula hatte mal eine bestimmte Sorte Kaubonbons erwähnt, die es hier rein zufällig genau in der von ihr bevorzugten Geschmacksrichtung gibt. Für meine Melanie finden wir eine Kleinigkeit im großen Souvenirshop gleich gegenüber. Nach dem vollbrachten Einkauf fahren wir heim, weil ich heute Abend gerne noch einmal den Sonnenuntergang an ‘unserem’ See fotografieren möchte.
Zur blauen Stunde machen wir uns zum letzten Mal auf den Weg ins Nachbardorf und essen im Pub “Faerie Tree Inn”, eher aus Mangel an guten Alternativen als aus wirklicher Überzeugung. Den späteren Abend verbringen wir in unserer Unterkunft mit Lesen und dem Packen unserer Koffer.

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Blick vom Ben Aán auf Loch Katrine

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