13 Feb 2010 Wintertour 2010
Dienstag, 17. Februar
Heute ist schon der letzte Tag unseres Winter-Schnupper-Urlaubs. Schade.
< Wir machen uns auf den Weg nach Fiskebøl und wollen mit der Fähre zur Insel Hadseløya übersetzen. Der heutige Plan sieht vor, eine Wanderung zu einer Berghütte zu machen, wo man eine tolle Aussicht auf die Lofotenwand hat. Leider macht uns der Schnee einen Strich durch die Rechnung, so daß die Wanderung eher zu einem Spaziergang verkommt. Wenn man nochmal im Winter herkommt, gehören definitiv Schneeschuhe ins Gepäck. >
Mein an sich genialer Plan A, per Auto zur Orneshytta, der Wanderhütte des norwegischen Roten Kreuzes, zu kommen, schlägt mangels eines geländegängigen Fahrzeugs fehl.
Hier bräuchte man mindestens einen Traktor, besser noch einen Panzer, um dort hoch zu gelangen. Zu tief verschneit sind die Feldwege. Plan B, die Wanderung, die ich mit Micha und Jörg im letzten Sommer zum Berg Storheia unternommen hatte, zu wiederholen, scheitert erneut an unserer unzureichenden Ausrüstung. Schneeschuhe gehören im Winter unbedingt ins Gepäck. Alternativ dazu könnte man Tourenski mitnehmen, denn allerorten gibt es gespurte Loipen, und an ein paar Stellen sogar richtige Pisten für Abfahrer. Sven hat den passenden Slogan parat: „Skifahren mit Meerblick“. Wir folgen ein Stück dem Rundwanderweg, der im Winter für Langläufer präpariert wird, und bekommen noch einige schöne Ausblicke auf den Hadselfjord und die Lofotenkette geboten. Aber langsam müssen wir zurück.
< Wir fahren zum Abschluß noch einmal um die Insel herum und genießen die verschneiten Strände, bevor wir wieder zum Fähranleger kommen. Heute wollen Chicken und ich kochen, so daß es uns in die Karten spielt, wenn wir etwas früher zurück sind. >
Die Zutaten für das thailändische Abendessen haben wir vorausschauend bereits gestern im AMFI, dem größten Einkaufszentrum der Lofoten, besorgt. Der darin eingebaute Lebensmittelmarkt ist vergleichbar mit dem Scheck-In Center daheim in Karlsruhe, jedoch ohne dessen Spezialitäten-Theken. Mich beeindruckt, was man selbst hier oben im Norden alles an frischen Zutaten in dieser Jahreszeit bekommt. Lediglich das Zitronengras kommt aus dem Glas.
< Chefkoch Chicken und Assistent Sven zaubern leckeres thailändisches Essen, um Anne Gerd wieder auf Urlaubsgeschmack zu bringen. Heute ist die Runde etwas kleiner, weil lediglich Elizabeth zu Besuch ist. Jan Erik muß leider Überstunden schieben, und Marius befindet sich wieder auf der Heimfahrt zum Festland. >
Macht aber nix. Lustig ist‘s allemal, denn Elizabeth versucht, mir nach dem Essen und dem Genuß einer halben Flasche Weißwein, Norwegisch beizubringen. Ich verstehe nur die Hälfte, was mich allerdings nicht davon abhält, meinerseits Elizabeth bei den Hausaufgaben für ihren Norwegisch-Kurs an der Abendschule zu helfen, was eigentlich Aufgabe der Hausherrin gewesen wäre. Anne Gerd und Sven kommen kaum aus dem Lachen heraus, denn hier führt offensichtlich ein Blinder einen Blinden.
Kurz vor 23 Uhr bringen wir Elizabeth nach Hause, da sie morgen Frühschicht hat und wir ja noch zum letzten Mal auf Polarlicht-Expedition fahren wollen. Wir werden eingeladen, sie bei der nächsten Reise zu besuchen, um dann auf ihrem frisch renovierten und erweiterten Balkon mit Blick auf Svolvær zu grillen.
Noch einmal führt uns unser Weg an die Nordküste von Austvågøya. Wir verlassen Svolvær bei -4 °C. In Sandsletta – eine halbe Stunde später und nur 30 Kilometer weiter – ein Schreck beim Blick aufs Thermometer: -14°C. Zudem hat der Wind ziemlich aufgefrischt und weht jetzt straff aus Nordwest, bereits nach wenigen Minuten sind wir ziemlich durchgefroren. Also werden noch zwei Schichten Kleidung zusätzlich angezogen, und schon geht‘s wieder. Heute ist, im Vergleich zu den letzten beiden Nächten, viel mehr Bewegung beim Polarlicht zu erkennen. Intensiver leuchtet es auch. Ein gelungener Abschluß. Am Pavillon in Grunnfør sind es schon -17°C, so daß wir heute die Lightshow mehr von drinnen genießen, vor Wind und Kälte geschützt. Plötzlich, gegen ein Uhr, kommt die gesamte Nordlicht-Aktivität binnen weniger Minuten komplett zum Erliegen. Als ob jemand den Schalter ausgeknipst hätte und uns sagen wollte: „Männer, seht zu, daß Ihr ins Bett kommt.“ Also begeben wir uns wieder auf den Rückweg.