Wintertour 2010

Kurztour auf die Lofoten, mit Traumwetter und Polarlicht

13 Feb 2010 Wintertour 2010

Sonntag, 15. Februar

 

< In der Nacht ist Anne Gerd angekommen und durfte sich über ein mollig warmes Haus freuen. Der Kamin hat so gut geheizt, daß wir zunächst bei offener Terrassentür frühstücken können. Unsere Wirtin erzählt uns, daß sie letzte Nacht bei der Heimfahrt Nordlichter gesehen hat. Chicken und ich bekommen die Krise: Wir haben das Polarlicht verschlafen! Skandal! Doch der Schock wird schnell überwunden, und wir machen uns auf den Weg Richtung Süden, nach Reine. Natürlich dürfen Fotostops an altbekannten Stellen, wie z.B. der Straße nach Henningsvær oder in Nusfjord nicht fehlen. >
Überhaupt Nusfjord: Im Winter macht es den Eindruck eines Geisterdorfs – wie ausgestorben liegt es da.
Zum Fotografieren ist es ideal. Keine Sau da. Cool. Wir halten uns vielleicht ein wenig zu lange dort auf, denn als wir endlich Reine erreichen, ist die Sonne weiter Richtung Westen herumgerast, und der Ort liegt bereits im Schatten.
Und das um halb drei Nachmittags. Immerhin ein paar Sonnenstrahlen auf Sakrisøy kann ich noch einfangen.
Zurück in Svolvær sind wir gerade richtig zur blauen Stunde, wo mir am Hafen ein tolles Panoramafoto der Stadt gelingt. Von Svinøya aus, das hier auch „Kuba“ genannt wird, hat man einen herrlichen Blick auf den Hafen, die umliegenden Kneipen und das Stadtzentrum mit dem Marktplatz.
< Wir machen uns wieder auf den Weg nach Hause und beschließen, nach dem Duschen im Rica-Hotel essen zu gehen. Als wir aus dem Restaurant herauskommen, meint Chicken plötzlich, Polarlichter zu sehen. Ich bin mir da nicht so sicher, aber wir wollen trotzdem auf Fotojagd gehen. Als wir uns für den nächtlichen Ausflug umziehen, können wir unser Glück kaum fassen: es gibt heute nacht tatsächlich Nordlicht zu sehen! >
Wir fahren Richtung Westen, zu dem coolen Holzpavillon an der Nordmeerküste bei Grunnfør. Bereits auf dem Weg dorthin sind wir von dem grünen Nachthimmel verzaubert. Den Versuch, in Sildpolnes ein gutes Foto der Kirche zu knipsen, brechen wir ab, da wir auf dem an sich gut ausgebauten Weg zum Aussichtspunkt ständig bis zur Hüfte im Schnee einbrechen. Lieber auf ein Motiv verzichtet, als im Frühjahr Ötzi-like vom Schmelzwasser freigelegt zu werden.
Auch einige Kilometer weiter, in Sandsletta, ist der Standort noch nicht perfekt. Das Polarlicht ist schon da, aber die Landschaft viel zu dunkel, so daß man auf den Fotos fast nichts davon erkennen kann. Also weiter. In Laukvik genau das Gegenteil: viel zu hell – da ist zwar der Ort gut belichtet, aber die Aurora Borealis auf den Fotos nicht zu erkennen.
Letztlich erreichen wir Grunnfør. Hier macht sich das Navigationssystem bezahlt, und auch der Umstand, daß ich bei jeder Reise die guten Fotohalte darin markiert habe. Denn eins steht fest: bei Nacht und den verschneiten Straßen hätten wir den Zufahrtsweg zum Pavillon sicher nicht so schnell gefunden.
< Bereits auf dem Weg dorthin sind wir von dem grün leuchtenden Nachthimmel verzaubert. Man kann gar nicht so viele Fotos schießen, wie man möchte, und wir müssen die Erfahrung machen, daß wir auch im Winter nicht mehr Schlaf finden werden, als im Sommer bei Mitternachtssonne… >