13 Feb 2010 Wintertour 2010
Samstag, 14. Februar
Der Flug nach Oslo startet pünktlich und ist sogar ein paar Minuten vor der geplanten Ankunftszeit dort. Im Terminal angekommen, fühle ich mich gleich wie zu Hause. Vielleicht liegt es daran, daß ich immer nur im Urlaub hier bin, aber jedesmal, wenn ich den hiesigen Flughafen betrete, durchströmt mich ein Gefühl der Ruhe und Zufriedenheit.
< Nachdem unser Gepäck wieder eingecheckt ist, gehen wir gleich eine ordentliche Pizza essen und ‚bewundern‘ erste funktionelle Norwegerinnen. >
Während in Oslo noch Sonnenschein und Plusgrade herrschten, ist oben im Norden graues Winterwetter angesagt. Dichter Schneefall, Temperaturen um den Gefrierpunkt und ziemlicher Wind. Ungemütlich. Am Mietwagenschalter eine positive Nachricht: Unser Auto wurde upgegradet, und so fahren wir jetzt einen nagelneuen Ford S-Max mit gerade mal 270 km auf dem Tacho. Aus diesem Grunde schließen wir auch noch die empfohlene Zusatzversicherung ab, die im Schadensfall den Selbstbehalt reduzieren soll. Denn obwohl der Winterdienst pausenlos im Einsatz ist, sind die Straßen sehr glatt, und wir wollen uns nicht nur auf die Spikes an den Reifen verlassen.
Wie schnell sich diese Investition wieder auszahlen könnte, erfahren wir bereits 10 Kilometer nach unserer Abfahrt, als im dichten Schneetreiben eine Elch-Gang direkt vor uns die Straße überqueren will. Völlig schmerzfrei, die Biester! Wenn ich nicht kurz vorher die Lichthupe des Gegenverkehrs bemerkt und vorsichtshalber mal den Fuß vom Gas genommen hätte, hätten wir die edlen Tiere voll abgeräumt. Oder die uns. Kurz durchgeatmet und weiter. Nicht ganz einfach zu fahren bei dem Schneetreiben! Immer, wenn einem LKWs entgegenkommen, sieht man für einige Sekunden gar nichts – sozusagen Full IMC. Konzentration ist also angesagt.
< Wir erreichen jedoch unbeschadet die Lofoten und haben uns mittlerweile auch an die eisbedeckten Straßen und das Fahren mit den Spikes gewöhnt. Beim unserem Bed & Breakfast in Svolvær angekommen, müssen wir uns erst mal den Weg durch meterhohen Schnee bahnen, um ins Haus zu kommen. Anne Gerd ist noch auf dem Festland bei ihrer Tochter und war die letzten 6 Monate nicht zu Hause. Also stellen wir zunächst die Heizung an, Chicken schaufelt Schnee beiseite und ich versuche, mit dem Kinderbeil Feuerholz zu machen. >
Als mir Sven das Werkzeug zeigt, muß ich unwillkürlich loslachen. Typisch Frauenhaushalt – wo hat Anne Gerd denn bloß diese Mini-Axt her? Von Toys-R-Us vielleicht? Sven beißt sich durch, und ihm gelingt das Kunststück, innerhalb von 30 Minuten eine Handvoll Späne von einem Holzscheit zu lösen, mit denen wir dann endlich den Kanonenofen im Wohnzimmer starten können.
< Jetzt, wo der Kamin bollert, gönnen wir uns in Ruhe ein Baguette plus Rotwein und wärmen uns vor dem Feuer. Nun wird das Haus richtig durchgeheizt. Bevor wir schlafen gehen, legen wir noch ein letztes großes Scheit auf. >