LR-Tutorial Landschaft

Bearbeitung, “very advanced”

 

Farrbkorrekturen

Bei diesem Foto habe ich eine bestimmte Abendstimmung mit eher warmen Tönen im Kopf, die sich bislang aber noch nicht eingestellt hat. Also werden wir hier mal etwas tiefer in die Trickkiste greifen und ein paar Farbkorrekturen vornehmen, um den gewünschten Effekt zu erreichen. Unser Freund und Helfer hierfür ist die Sektion HSL / Farbe / SW. Das Kürzel HSL steht für Hue (Farbton), Sättigung und Luminanz (Helligkeit). Dieser Teil des Entwickeln-Moduls ist der schönste Spielplatz.
Fangen wir einfach links an, mit dem Farbton. Für eine warme Abendstimmung brauchen wir orange und gelbe Töne, da können wir auf das grüne Gras verzichten. Schieben wir also den Regler für Grün nach links, in Richtung Gelb, bis -75. Das originale Gelb wird auch noch ein wenig ins Orange verschoben, und zwar bis -25. Als nächstes kommt die Sättigung an die Reihe: Orange: +25 sowie Gelb und Grün mit jeweils +50. Zu guter Letzt noch die Luminanz: Blau kriegt -30 verpaßt, und die Werte für Orange und Gelb werden um jeweils +25 angehoben. Schauen wir uns wieder den Vorher-Nachher-Vergleich an:

[twentytwenty] artikel_lofoten-2011 artikel_video-tests[/twentytwenty]

Das Gras hat jetzt einen warmen Ton, das Gelb und Orange in den Wolken kommen besser zur Geltung, und durch die Abdunkelung von Blau bekommt der Himmel noch etwas mehr Kontur. Bei der Änderung der Blau-Luminanz muß man aufpassen, daß man hier keine Farb-Abrisse und Artefakte bekommt.

 

Radialfilter

Dieses Tool ist mit Version 5 neu in Lightroom dazugekommen und eignet sich hervorragend, um bestimmte Bildelemente mit Hilfe verschiedener Vignetten zu betonen. Zum Beispiel durch Unschärfe, Abdunkeln, Aufhellen, Sättigung usw. Alle Presets, die man mit Verlaufsfilter und Korrekturpinsel verwenden kann, funktionieren auch hier. Wir wollen den Blick des Betrachters noch ein wenig mehr auf die Kirche lenken und dunkeln darum alle außerhalb liegendenden Bildteile etwas ab. Den Radialfilter aktiviert man über das Tastenkürzel Shift-M. Da wir zuletzt den Himmel mit dem Verlaufsfilter und dem Preset Nachbelichten (Abdunkeln) bearbeitet haben, ist diese Einstellung noch immer aktiv. Lassen wir’s gerade mal so, klicken auf die Kirche, halten die linke Maustaste gedrückt und ziehen eine Ellipse auf, die links bis zum Holzmast und oben bis zur Kirchturmspitze reicht. Mit gedrückter Shift-Taste erhalten wir eine kreisrunde Vignette. Auch ier kann man später noch durch Drehen und Ziehen der Steuerpunkte die Größe und Form der Vignette verändern. Mal sehen, was dieses Tool bewirkt hat:

[twentytwenty] artikel_lofoten-2011 artikel_video-tests[/twentytwenty]

Der Himmel ist jetzt so dramatisch, wie ich’s gerne hätte, das Gras fast ein wenig zu dunkel – aber dafür kommen die großen goldenen Halme rechts schön zur Geltung. Noch ein Tip: den Wirkungsbereich der Vignette kann man mit einem Haken bei “Maske umkehren” invertieren. Im Normalfall wird nämlich die Änderung auf den Bereich außerhalb des Kreises bzw. der Ellipse angewendet. Ich belasse es aber zu 95% bei der Voreinstellung (ohne Haken).

 

Korrekturpinsel

Für besonders schöne Fotos, die ich gerne so perfekt wir möglich haben will, greife ich immer öfter zu diesem Tool, um ganz gezielt sehr kleine Bildbereiche zu betonen. Vorrangig bei Portraits, aber darauf werde ich in einem zweiten Tutorial näher eingehen. Hier möchte ich der Kirche noch ein wenig Glanz verleihen. Also aktivieren wir mal den Korrekturpinsel mit der Taste K und suchen mit einem Klick auf den Namen des Presets die Voreinstellung Abwedeln (Aufhellen) heraus. Die weiteren Einstellungen lassen wir derzeit, wie sie sind, nur sollten wir darauf achten, daß im unteren Teil des Bedienfeldes ein Haken bei Automatisch maskieren gesetzt ist. Dieses Setting bewirkt, daß Lightroom beim Einsatz des Pinsels automatisch nach Objektkanten sucht und dort erst einmal mit dem Malen aufhört, bis man mit dem inneren Ring des Korrekturpinsels explizit darüber hinaus geht.
Aus Versehen zu viel korrigiert? Bei aktiviertem Pinsel kann man mit gedrückter ALT-Taste den Radiergummi aktivieren. Der hat dann statt eines Plus- ein Minuszeichen in der Mitte. Wenn man die Wirkung seiner Aktionen besser kontrollieren möchte, kann man schon während der Bearbeitung mit der Taste O (wie Oskar) die gemalte Maske einblenden lassen. Shift-O wechselt verschiedene Maskenfarben durch (mein Favorit ist grün) und mit einem weiteren Druck auf die O-Taste wird die Maske wieder ausgeblendet. In unserem Foto malen wir einfach die Konturen der Kirche nach. Im Bereich des Kirchturms können wir während der Bearbeiten durch drehen am Mausrad die Größe des Pinsels verkleinern und vergrößern. Clever, oder?

[twentytwenty] artikel_lofoten-2011 artikel_video-tests[/twentytwenty]

Hier im Internet ist die Wirkung des Pinsels nicht so gut zu sehen. Verkleinerung und Datenkompression sind schuld. In Lightroom tritt der Effekt deutlicher zutage. Aber beim Dach der Kirche sollte auch das ungeübte Auge einen kleinen Unterschied erkennen können.

Den allerletzten Feinschliff bekommt unser Foto auf Seite 7.

Seiten: 1 2 3 4 5 6 7

image/svg+xml

Menü

Follow me