LR-Tutorial Landschaft

Bearbeitung, fortgeschrittene Techniken

 

Verlaufsfilter

Während ich die ersten vier Schritte bei fast jedem Foto durchgehe, sind alle weiteren von der Art des Bildes abhängig. Auch will ich nicht an mittelmäßigen Fotos ewig lange herumdoktern, um vielleicht doch noch die ein oder andere nichts bringende Verbesserung zu erreichen. Aber hier lohnt es sich vielleicht. Am Anfang haben wir dieses Foto um 1,5 Belichtungsstufen (Exposure Values = EV) aufgehellt, wodurch uns der brauchbare Himmel leider verlorengegangen ist. Aber den holen wir uns im folgenden Arbeitsschritt zurück. Unser Helfer ist hierzu der Verlaufsfilter, den wir mit dem Tastenkürzel M aktivieren. Ich habe mir für solche Fälle ein Preset für dieses Tool erstellt. Das werden wir hier gleich mal auch tun.

Preset ‘besserer Himmel’

  • Belichtung: -1 – Default: 0
  • Tiefen: 25 – Default: 0
  • Klarheit: 25 – Default: 0
  • Sättigung: 10 – Default: 0
  • Farbe (klick ins Kästchen): 230° / Sättigung 20%

Mit dem negativen Belichtungswert dunkeln wir den Himmel ab, die 25 bei Tiefen sorgt dafür, daß Schattenpartien in der Landschaft nicht noch weiter absaufen. Klarheit 25 schafft bessere Wolkenstrukturen und Sättigung 10 sorgt für ein schöneres Blau. Weil der Himmel auf Digitalfotos aber oftmals eher grau rüberkommt, färben wir den zusätzlich noch ein wenig blau ein.

Jetzt noch das Preset speichern durch Klick auf das kleine Doppeldreieck in der obersten Zeile, neben “Effekt: (da steht dann irgendwas)”. Wir klicken im sich öffnenden Mini-Menü auf aktuelle Einstellungen als neue Vorgabe speichern, geben einen Namen ein und fertig ist der Blau-Verlaufsfilter. Den wenden wir auf das Foto an, indem wir ins obere Viertel des Bildes links hinein klicken und bei gedrückter Maustaste die Maus bis runter zum Beginn des Grases ziehen. Drei Linien werden im Overlay sichtbar. An und über der obersten beträgt die Effektstärke 100% (dunkler Himmel), an der mittleren – der mit dem schwarzen Punkt zum Anfassen – sind es noch 50%, und unterhalb der tiefsten ist kein Effekt mehr sichtbar. Den Filter kann man durch Ziehen an den 3 Hilfslinien und durch Drehen entlang der mittleren Linie auch später noch anpassen, aber sehen wir uns jetzt erst einmal das Resultat an.

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Schon ganz gut, aber da geht noch mehr. Schließlich haben wir von den anderthalb Belichtungsstufen erst eine wieder zurück geholt…

Lightroom bringt von Haus aus schon einige Presets für die verschiedenen Tools des Entwickeln-Moduls mit. Eine dieser Vorgaben, die man sowohl für den Verlaufsfilter als auch für z.B. den Korrekturpinsel benutzen kann, ist das Preset Nachbelichten (Abdunkeln). Praktischerweise ist hier der Wert für Belichtung per default auf -0,5 EV eingestellt. Also benutzen wir das genau wie eben, nur diesmal drücken wir beim Aufziehen des Filters die Taste Shift und erhalten einen wunderbar geraden Filter, dessen untere Linie auf dem Dach der Kirche liegt.

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Wieder ein wenig besser. Hier noch ein kleiner Tip: Wenn ich mehrere Verlaufsfilter auf ein und dasselbe Foto anwende, kriegt jeder einen geringfügig anderen Winkel verpaßt, sonst bekommt man im Bild später deutlich sichtbare Kanten. Ich habe in diesem Fall den ersten Filter “besserer Himmel” mit einem Klick auf dessen weißen Steuerpunkt wieder ausgewählt (im rechten Panel einfach den Namen checken) und soweit gedreht und verschoben, daß seine Mittellinie mit dem Verlauf der Berge im Hintergrund einigermaßen übereinstimmt. Aber es gibt immer noch etwas mehr zu tun.

 

Gradationskurve

Mir gefällt das Gras noch nicht so richtig. Erstens finde ich es zu dunkel, und zweitens könnten die Konturen hier etwas besser zum Vorschein kommen. Also suchen wir mal im rechten Panel die Sektion Gradationskurve und ändern unter Region den Wert für helle Mitteltöne auf + 15 und den für dunkle Mitteltöne auf – 15.
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Zugegeben: die Änderungen sind sehr subtil. Beim Testen bin ich bis +/- 25 gegangen, aber das wiederum hatte zu große Auswirkungen auf andere Teile des Fotos. Hier ist Herumspielen angesagt. Immerhin kann man ja jede Änderung (in jedem Abschnitt) durch Doppelklick auf den Namen des entsprechenden Reglers – z.B. “Klarheit” – rückgängig machen. Daß man einen bestimmten Wert gegenüber dem Default überhaupt verändert hat, erkennt man daran, daß der Zahlenwert weiß statt grau ist.

Für die Abschnitte Gradationskurve und HSL / Farbe / SW gibt es noch ein hilfreiches Feature. Oben links in diesen Sektionen findet man einen kleinen Kreis, zu dem sich beim darüber Hovern mit der Maus noch zwei kleine Dreiecke gesellen. Einmal draufklicken – dann kann man im Foto selbst jeden gewünschten Tonwertbereich auswählen, ohne sich darüber Gedanken machen zu müssen, ober der jetzt zu den Tiefen, Lichtern oder einem der beiden Mitteltonbereiche zählt. Ein weiterer Klick auf den Kreis beendet diesen “Suchmodus”. Ein Feature, wie geschaffen für Spielkinder wie mich 🙂

Techniken für nicht alltägliche Zwecke kommen auf der nächsten Seite.

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